Ashtanga Yoga Mantra
Das Mantra, gesungen am Anfang der Stunde, würdigt die mehr als zweitausend Jahre alte Tradition des Yoga. Zugleich ist  es eine Anrufung an unseren inneren Lehrer, der uns auf den Weg zur Erleuchtung und zur Selbsterkenntnis führt. In einer meditativen Haltung wenden wir unseren Geist nach Innen, auf unseren Körper, auf unsere Atmung und somit auf uns selbst. Der Alltag tritt zurück und gibt Raum für eine gewisse innere Ruhe und Konzentration.

Om
Vande Gurunam Charanaravinde
Sandarshita svatma sukhavabodhe
Nishreyase Jangali kayamane
Samsara halahala mohashantyai

Abahu Purushakaram
Shankha chakrasi dharinam
Sahasra shirasam shvetam
Pranamami Patanjalim
Om

Der erste Teil des Mantras bezieht sich auf die Yogapraxis. Vande Gurunam charanaravinde  „Ich bete zu den Lotusfüßen / Fussabdrücken des höchsten Gurus“ – Guru = Lehrmeister. Die Füße, als der unterste Teil des Körpers, haben eine interessante Bedeutung: Sie werden als der niedrigste Teil des Menschen angesehen und gleichzeitig als niedrigster Teil des Göttlichen, der für den Menschen noch zu hoch ist, um ihn zu begreifen, daher dient diese Anrufung als Ehrerbietung. Das Yogasutra des Pantanjali können wir als höchsten Guru ansehen oder unsere eigene Yogapraxis. Wir erklären uns bereit, uns den Ausführung des Yogas hinzugeben und vertrauen darauf, dass  es uns in eine wohltuende Richtung führt und uns das Wissen (bodhe) von der Glückseligkeit (sukha) unseres Selbst (svatma) enthüllt. Ohne Vergleich (nishreyase), ist „er jemand der heilt“ - ein Schamane (jangalikayamane), der uns befreit von dem Gift (hâlâhala) der Konditionierungen (samsara), durch friedvolle (shantyai) Überwindung der Irreführung und Täuschung (moha) unseres Geistes.
Der zweite Teil des Mantras richtet sich an Patanjali. Seine Verehrung findet in mythologischen Bildern seinen Ausdruck. Er wird dargestellt als die göttliche Schlange Ananta, mit tausend (sahasra) Köpfen (shirasam), weiß leuchtend, strahlend (svetam). Unterhalb seiner Schultern (abahu), in menschlicher Gestalt (purushakaram) hält er (dharinam) ein Muschelhorn (shanka), ein brennendes Rad oder Diskus (chakra) und ein Schwert (asi). Das Muschelhorn wird oft bei festlichen religiösen Anlässen geblasen und symbolisiert den alles durchdringenden göttlichen Schall. Das brennende Rad oder die Scheibe aus Licht versinnbildlicht Unendlichkeit, das Schwert symbolisiert Erkenntnis oder Scharfsinnigkeit.
"Pranamami Patanjalim", ich wende mich an Patanjali - vor ihm verbeuge ich mich. Om

Mangala Mantra
Om
Swasthi Praja Byhah Pari Pala yantam
Nya Yena Margena Mahi Mahishaha
Go – Brahmanebhyaha Shubhamastu Nityam
Lokaa  Samastha Sukhino Bhavanthu
Om

OM
Möge Wohlstand gepriesen sein
Mögen die Herrschenden die Welt regieren mit Gesetz und Gerechtigkeit
Mögen Göttlichkeit und Gelehrsamkeit beschützt sein
Mögen die Wesen der ganzen Welt es gleichermaßen leicht haben und wohlauf sein
OM